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Karfeitag in Spanien – mal was ganz anderes

In Spanien ist der Karfreitag (

Viernes Santo) nicht nur ein gesetzlicher Feiertag, sondern der emotionale Höhepunkt der Semana Santa (Karwoche). Während er in Deutschland oft als „stiller Feiertag“ mit Tanzverbot gilt, ist er in Spanien geprägt von tiefem religiösen Pathos, monumentalen Prozessionen und einem intensiven öffentlichen Leben. 

Hier ein Video von einer Prozession – es lohnt sich auf jeden Fall dabei zu sein:

Hier sind die wichtigsten Aspekte, die den spanischen Karfreitag ausmachen:

1. Die Prozessionen: Kunst und Glaube auf der Straße

Das zentrale Element sind die Umzüge der Bruderschaften (Cofradías), die tonnenschwere, kunstvoll geschnitzte Heiligenfiguren (Pasos) durch die Gassen tragen. 

  • Büßer (Nazarenos): Sie begleiten die Figuren in langen Tuniken und spitzen Kapuzen (Capirotes), die ihr Gesicht verdecken – ein Symbol der anonymen Buße.
  • Musik: Viele Prozessionen werden von Musikkapellen mit Trommeln und Trompeten begleitet, was eine Gänsehaut-Atmosphäre erzeugt.
  • Saetas: In Andalusien halten die Züge oft inne, wenn jemand vom Balkon aus eine Saeta singt – einen klagenden, flamencostil-artigen Gesang zu Ehren Christi oder der Jungfrau Maria. 

2. Regionale Unterschiede

Obwohl das ganze Land feiert, gibt es deutliche regionale Nuancen: 

  • Südspanien (z.B. Sevilla, Málaga): Hier sind die Feierlichkeiten besonders prunkvoll, laut und voller Leidenschaft.
  • Kastilien (z.B. Valladolid, Zamora): Die Stimmung ist hier meist ernster, schlichter und von andächtigem Schweigen geprägt.
  • Katalonien (z.B. Verges): Bekannt für den mittelalterlich anmutenden „Totentanz“ (Danses de la Mort), bei dem als Skelette verkleidete Personen auftreten. 

3. Praktische Informationen für Reisende

  • Öffnungszeiten: Da der Karfreitag ein nationaler Feiertag ist, bleiben fast alle Geschäfte und Supermärkte geschlossen. In touristischen Zentren gibt es jedoch Ausnahmen für kleine Läden.
  • Verkehr: Viele Stadtzentren sind für Autos komplett gesperrt, da die Prozessionsrouten Vorrang haben.
  • Essen: Traditionell wird an diesem Tag kein Fleisch gegessen. Typische Gerichte sind Stockfisch-Eintöpfe (Potaje de Vigilia) und zum Nachtisch die beliebten Torrijas (in Milch und Honig getränktes, gebratenes Brot). 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer den Karfreitag in Spanien erlebt, sieht eine Mischung aus jahrhundertealter Tradition, Kunstgalerie unter freiem Himmel und einer fast greifbaren spirituellen Spannung, die weit über einen gewöhnlichen Feiertag hinausgeht.  Quelle: Ki (Text)

Wir wünschen Euch ALLEN ein wunderschönes Osterfest und schaut Euch ruhig mal die Darbietung in Castello d Empuries an Karfreitag um 19:30 Uhr an:

Euer empuriabrava-aktuell.de

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